In verschiedenen Ländern wird Mediation auf unterschiedliche Weise praktiziert. Das Verständnis und die Praxis der Mediation wird oft durch das allgemeine Verständnis der Definition von Mediation in dem jeweiligen Land beeinflusst, und andererseits beeinflusst die Praxis der Mediation, z.B. die Einbettung in das bestehende Rechtssystem, ihre Definition.
In diesem Artikel zeigen wir anhand von drei Beispielen, wie Mediation in Deutschland allgemein verstanden und praktiziert wird. Zu diesem Zweck werden das Mediationsgesetz, die Definition des Bundesverbandes Mediation und eine Forschungsstudie unter deutschen Mediatoren herangezogen.

Das deutsche Mediationsgesetz - das Mediationsgesetz
Am 21. Juli 2012 wurde das Mediationsgesetz (Mediationsgesetz) in Deutschland in Kraft getreten und hat damit der Mediation einen rechtlichen Rahmen als integraler Bestandteil der deutschen Rechtsordnung gegeben. In dem Gesetz werden die wesentlichen Merkmale der Mediation in § 1 definiert:
- die Qualität des Prozesses
- das Ziel einer gütlichen Beilegung des Konflikts
- die Freiwilligkeit der Teilnahme am Verfahren
- persönliche Verantwortung bei der Erarbeitung von Lösungen
- die Leitung des Verfahrens durch einen neutralen Dritten ohne Entscheidungsbefugnis.
Der deutsche Bundesverband Mediation - Bundesverband Mediation
Vergleicht man die rechtliche Beschreibung der Mediation mit der Definition des Bundesverband Mediation (Bundesverband Mediation), so fällt auf, dass hier weitere Kriterien genannt werden. Mediation ist ein Verfahren zur außergerichtlichen, konstruktiven Bearbeitung von Konflikten.

Mediation ist:
- vertraulich
- strukturiert
- Freiwillig
- unbefristet.
Vermittler sind:
- unparteiisch
- unabhängig
- qualifiziert
Konfliktparteien sind:
- auf eigene Verantwortung
- Interesse an konstruktiver Konfliktbewältigung
- ihre eigenen Lösungen zu entwickeln.
Deutsche sozialwissenschaftliche Studie unter Vermittlern
In einer Untersuchung über die "Elemente der Mediation" hat Tröndel [1]untersucht anhand einer qualitativen sozialwissenschaftlichen Studie, welche Elemente die Beschreibung von Mediation in der Darstellung dieser Texte enthält.
Aus den gewonnenen Elementen bildet er Kategorien. Alle deutschsprachigen Texte zur Mediation stimmen in Bezug auf die folgenden Elemente überein:
- Vertraulichkeit des Mediators und der Konfliktparteien
- Selbstverantwortung oder Selbstbestimmung der Konfliktparteien
- Das Ziel der Mediation ist es, eine einvernehmliche Lösung zu finden.
- Ziel ist die Verbesserung der Beziehungen zwischen den Konfliktparteien
- Ziel ist es, eine Win-Win-Situation zu schaffen
- Mediator strukturiert den Konflikt
- Mediatorin unterstützt Selbstaufklärung
- Mediator nimmt eine wertschätzende Haltung ein
- Vermittler steuert Emotionen
- Die Mediation ist zukunftsorientiert.
Legt man diese drei Definitionen bzw. Beschreibungen von Mediation übereinander, so ergibt sich folgendes Bild über das gängige Verständnis von Mediation in Deutschland: Mediation ist eine strukturiert, zukunftsorientiert Verfahren moderiert von einem neutralen/allparteilichen Dritten für außergerichtliche Konfliktlösung. Beherrscht von die Grundsätze: von Neutralität, Selbstbestimmung, Freiwilligkeit, Vertraulichkeit, und hat letztlich das Ziel, eine gütliche Beilegung des Konflikts.
[1] Tröndle, Jakob (2015): Die Elemente der Mediation. Die Praxiselemente der Mediation als gegenstandsnahe Basis für interdisziplinäre Mediationsforschung. In: Konfliktdynamik 4 (3): S. 210-218.
Auszug aus:


